Psoriasis und Medizinalcannabis

Medizinalcannabis
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Medizinische Salben mit Cannabis können die Haut beruhigen und Entzündungen lindern. Erfahren Sie hier mehr über den Einsatz von Cannabis und Hanföl.

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Medizinische Salben mit Cannabis können die Haut beruhigen und Entzündungen lindern. Erfahren Sie hier mehr über den Einsatz von Cannabis und Hanföl.

Etwa 2,5 Prozent der Deutschen leidet unter einer Psoriasis, die umgangssprachlich auch als Schuppenflechte bezeichnet wird. Tritt die Schuppenflechte im Gesicht oder anderen sichtbaren Hautarealen auf, ist das für viele Betroffene besonders unangenehm. Sie schämen sich und nicht selten entwickeln sie depressive Symptome.

Medizinisches Cannabis könnte neuesten Studien zufolge eine neue Therapieoption sein. Denn Forscher sehen Zusammenhänge zwischen dem Endocannabinoid-System und der Entstehung von Hautkrankheiten. So nehmen diese an, dass die Haut ein eigenes funktionelles Endocannabinoid-System besitzt, das an verschiedenen biologischen Prozessen beteiligt ist [1]. Zu diesen Prozessen gehören unter anderem die Hormonproduktion unterschiedlicher Zelltypen der Haut sowie der Talgdrüsen und Haarfollikel.

Es wird vermutet, dass das Endocannabinoid-System der Haut unter anderem an dem Wachstum und der Vermehrung von Hautzellen beteiligt ist. Störungen in diesem Endocannabinoid-System könnten Erkrankungen der Haut begünstigen.

Cannabis gegen Schuppenflechte

Bei der Schuppenflechte spielt die Überproduktion von Keratinozyten in der Haut eine wichtige Rolle. Keratinozyten sind die hornbildenden Zellen in der Oberhaut (Epidermis). Britische Forscher fanden in Zellversuchen heraus, dass die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD), Cannabigerol (CBG) und Cannabinol (CBN) die übermäßige Produktion von Keratinozyten hemmen konnten [2].

Auch US-Forscher haben sich mit dieser Thematik beschäftigt und führten eine kleine klinische Studie durch [2]. An dieser nahmen 21 Psoriasis-Patienten teil, die zweimal täglich über drei Wochen lang eine Cannabissalbe auf die betroffenen Stellen auftrugen und damit positive Ergebnisse erzielten.

CBD gegen Psoriasis

Das Cannabinoid Cannabidiol (CBD) kann entzündungshemmend wirken. Das haben verschiedene Studien in der Vergangenheit bereits gezeigt. Neueren Untersuchungen zufolge, kann CBD auch bei Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis hilfreich sein.

In Italien wurde eine kleine Studie durchgeführt, an der zehn Patienten teil. Über einen dreimonatigen Zeitraum cremten diese zweimal täglich die betroffenen Hautstellen mit einer CBD-Salbe ein. 

Die fünf Patienten mit Psoriasis berichteten über einen positiven Effekt. So habe der Juckreiz nachgelassen und die Entzündungen seien zurückgegangen. Außerdem habe sich die Hautelastizität verbessert [3].

Psoriasis: Definition, Ursachen, Symptome, Therapie

Die Epidermis, also die äußerste Hautschicht, erneuert sich einmal im Monat. Dabei bildet die gesunde Haut die Keratinozyten in den untersten Schichten der Oberhaut, die mit der Zeit an die Hautoberfläche gelangen und stetig verhornen. Am Ende sterben sie ab und werden als Hornschuppen (tote Zellen) abgestoßen.

Bei der Schuppenflechte ist dieser Prozess gestört. Die Zellen teilen sich ungefähr zehnmal so schnell und wandern innerhalb kürzester Zeit an die Hautoberfläche. Die toten Zellen können nicht so schnell abgestoßen werden. Infolge dessen treten an den betroffenen Stellen Verdickungen auf. Zudem schuppt sich die Haut sehr viel stärker als normal.

Was ist die Ursache einer Schuppenflechte?

Die Ursache ist eine Autoimmunreaktion. Da das Immunsystem überaktiv ist, werden übermäßig Zytokine (Botenstoffe) freigesetzt, die wiederum Entzündungsreaktionen auslösen. Warum sich das eigene Immunsystem gegen den Körper richtet, ist unklar.

Eine genetische Veranlagung scheint hier eine Rolle zu spielen. So entwickelt ein Kind wahrscheinlich eine Psoriasis, wenn ein oder beide Elternteile daran erkrankt sind.

Darüber hinaus können verschiedene Faktoren den Ausbruch der Krankheit begünstigen:

    • unausgewogene Ernährung
    • Alkohol und Rauchen
    • psychische Belastungen/Erkrankungen
    • hormonelle Umstellungen
    • Infektionen der oberen Luftwege
    • Medikamente wie Betablocker, Lithium oder ACE-Hemmer

Psoriasis: Welche Symptome treten auf?

Bei Patienten sind die betroffenen Hautstellen (Plaques) gerötet, da die Haut stärker durchblutet wird. Betroffene werden zudem von starkem Juckreiz geplagt. Meistens treten die Plaques auf dem Kopf, an den Ellenbogen, den Kniescheiben oder in der Gesäßfalte auf. Auch an den Nägeln kann sich eine Psoriasis zeigen.

Charakteristisch für die Hauterkrankung ist eine silbrig-weiße, glänzende Hautoberfläche und die letzte Hautschicht unter den Hautschuppen lässt sich abziehen. Aufgrund der sehr trockenen Haut bilden sich auch Risse und Wunden.

Welche Formen der Hautkrankheit gibt es?

Die meisten Betroffenen leiden unter der Psoriasis vulgaris („gewöhnliche Schuppenflechte“). Beginnt die Krankheit bereits in jungen Jahren (zwischen dem 10. bis 25. Lebensjahr), so geht sie in der Regel mit schweren Schüben einher.

Ein milderer Verlauf ist meist bei Patienten zu erwarten, bei denen Krankheit erst ab dem 35. Lebensjahr auftritt.

Darüber hinaus gibt es noch die folgenden Formen:

    • Psoriasis guttata bei Kindern und Jugendlichen (stecknadelkopfgroße Herde am Rücken und auf der Brust)
    • Psoriasis inversa (Herde in den Gelenkbeugen)
    • Psoriasis pustulosa (Eiterbläschen auf den geröteten Stellen)
    • Psoriasis intertriginosa (betroffen sind große Hautfalten wie Gesäßfalte oder Bauchfalte)
    • Psoriasis-Arthritis (Beteiligung der Gelenke)

Alle Formen haben gemein, dass sie unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen. Einige Betroffene haben nur selten Schübe, während andere wiederum oft darunter leiden. Das Gleiche gilt für die Ausprägung. Die Plaques können bei dem einen Patienten klein sein, bei dem anderen handtellergroß. In schweren Fällen kann auch der gesamte Körper betroffen sein.

Psoriasis: Diagnose und Untersuchungen

Die Psoriasis kann der Arzt sofort an den charakteristischen Hautveränderungen erkennen. Diese zeigen sich häufig auf dem Kopf, an den Ellenbogen, Knien und in der Gesäßfalte. Typisch für die Schuppenflechte ist auch: Wenn die Schuppenschicht an einer Hautstelle entfernt wird, zeigen sich punktförmige Hautblutungen. Zudem verändern sich oftmals auch Nägel. So können diese gelblich, fleckig und brüchig sein.

Sicherheitshalber kann der Arzt auch eine Biopsie durchführen. Hierbei wird eine Hautprobe entnommen, die dann in einem Labor analysiert wird. Dies dient dazu, um andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Neurodermitis, Pilzerkrankungen oder Syphilis, auszuschließen.

Wie wird eine Schuppenflechte behandelt?

Die Schuppenflechte ist nicht heilbar. Mithilfe von unterschiedlichen Therapien lassen sich die Beschwerden jedoch lindern.

Bei einem akuten Schub können Kortison-Präparate helfen, die Entzündungen zu verringern und die Zellvermehrung zu hemmen. Für eine Langzeittherapie ist Kortison allerdings nicht geeignet, da die Haut dadurch dünner wird. Hingegen eignen sich Vitamin-D-Analoga wie zum Beispiel Calcipotriol, die das Wachstum der Keratinozyten verlangsamen, für eine langfristige Behandlung.

Darüber hinaus können Wirkstoffe wie Salicylsäure und Harnstoff dabei helfen, die dicke Hornschicht an den betroffenen Hautstellen zu beseitigen.

In schweren Fällen können auch Medikamente zum Einsatz kommen. Medikamente mit Fumarsäureester wirken entzündungshemmend, wobei sich die Hautrötungen verschlechtern können. Immunsuppressiva, die die Immunsystemfunktion unterdrücken, werden bei sehr schweren Schüben verordnet. Allerdings erhöht sich dadurch die Infektanfälligkeit.

Weitere Medikamente sind Retinoide, die die Hautzellen wieder normal wachsen lassen, indem sie in den Verhornungsprozess eingreifen.

Für Betroffene stehen auch zahlreiche alternative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Symptome der Hautkrankheit zu lindern. Hierzu gehören unter anderem Meersalz-Bäder oder Fischtherapien. Auch eine Ernährungsumstellung auf eine basische Ernährung kann hilfreich sein.

Zusammenfassung

Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine entzündliche Hauterkrankung. Diese wird über die Veranlagung vererbt. Weitere mögliche Ursachen können Autoimmunreaktionen der Haut, Infektionen oder hormonelle Veränderungen sein.

Typische Symptome der Hautkrankheit sind gerötete Hautbereiche mit silbrigen Schuppen, die stark jucken. Behandelt werden diese Hautstellen mit entzündungshemmenden Salben, die Salicylsäure und Harnstoff enthalten. Weitere mögliche Therapieoptionen sind Immunmodulatoren, Interleukin-Hemmer und TNF-alpha-Hemmer. Wichtig ist zudem für Betroffene, dass sie auf ihre Ernährung achten.

Die Studienlage zur Wirksamkeit von medizinischem Cannabis auf eine Schuppenflechte ist dünn. In den wenigen Studien zeigt sich aber, dass vor allem CBD ein therapeutisches Potenzial besitzt, da dieses entzündungshemmend und beruhigend auf die Haut wirkt.

Informieren Sie sich hier über die medizinische Anwendung von Cannabis.

Quellen

[1] Bíró T, Tóth BI, Haskó G, Paus R, Pacher P. The endocannabinoid system of the skin in health and disease: novel perspectives and therapeutic opportunities. Trends Pharmacol Sci. 2009 Aug;30(8):411-20. doi: 10.1016/j.tips.2009.05.004. Epub 2009 Jul 14. PMID: 19608284; PMCID: PMC2757311

[2] Wilkinson JD, Williamson EM. Cannabinoids inhibit human keratinocyte proliferation through a non-CB1/CB2 mechanism and have a potential therapeutic value in the treatment of psoriasis. J Dermatol Sci. 2007 Feb;45(2):87-92. doi: 10.1016/j.jdermsci.2006.10.009. Epub 2006 Dec 6. PMID: 17157480

[3] Palmieri B, Laurino C, Vadalà M. A therapeutic effect of cbd-enriched ointment in inflammatory skin diseases and cutaneous scars. Clin Ter. 2019 Mar-Apr;170(2):e93-e99. doi: 10.7417/CT.2019.2116. PMID: 30993303

Autor
Alexandra Latour
Erstellt am:19 Jan, 2022
Letzte Aktualisierung:02 Feb, 2022
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